Bereits zum siebten Mal schreiben das Land Tirol und die Energieagentur Tirol in Kooperation mit der Kammer der Ziviltechniker*innen und den Landesinnungen Bau und Holzbau den Tiroler Sanierungspreis aus. Wohnbaulandesrat LHStv. Philip Wohlgemuth und Energielandesrat LHStv. Josef Geisler rufen dabei erneut alle Tirolerinnen und Tiroler dazu auf, vorbildliche Sanierungsleistungen, die energietechnische, ökologische und architektonische Qualität ganzheitlich verbinden, zur Auszeichnung einzureichen. Der Tiroler Sanierungspreis ist mit einem Preisgeld von insgesamt 8.500 Euro dotiert.
Sanieren als Schlüssel zur Energieautonomie
Mit dem energiepolitischen Ziel Tirol bis 2050 energieautonom zu machen, wurden die Weichen für eine nachhaltige Energiezukunft gestellt. Der Sanierung von Gebäuden fällt dabei eine zentrale Aufgabe zu, denn gerade im Gebäudebereich steckt großes Einsparungspotenzial: Bis 2050 soll der Energiebedarf des Gebäudesektors in Tirol wesentlich reduziert und gleichzeitig dekarbonisiert werden. Sanierungen, die für den Tiroler Sanierungspreis eingereicht werden können, sollen deshalb Vorzeigeobjekte rund um Energieeffizienz und erneuerbares Heizen sein, und zusätzlich durch ihre architektonische, funktionale, soziale und ökologische Qualität überzeugen. Honoriert wird die ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Gebäude.
Sanieren liegt im Trend
Ende 2023 gab es in Tirol rund 166.000 Wohngebäude – etwa 60.000 davon stammen aus der Zeit zwischen 1945 und 1980. Unsanierte Häuser aus dieser Epoche haben oft einen schlechten Wärmeschutz. Immerhin rund 30 Prozent dieser Gebäude wurden bis Ende 2023 saniert. Durch attraktive Förderprogramme wächst diese Zahl weiter.
„Dieser Trend stimmt uns zuversichtlich. Etwa 45 Prozent des gesamten Tiroler Energiebedarfs wenden wir nämlich für unsere Gebäude auf. Vor allem bei älteren und noch nicht auf Stand der Technik sanierten Häusern besteht beim Heizen das größte Einsparungspotenzial. Mit einer umfassenden Sanierung der Gebäudehülle und dem Einbau eines intelligenten, erneuerbaren Heizsystems können bis zu 75 Prozent des Energiebedarfs fürs Heizen eingespart werden. Der Tiroler Sanierungspreis soll einen Anreiz für Innovationen geben, die uns auf dem Weg zur Energieautonomie unterstützen und inspirieren“, ist LHStv. Josef Geisler überzeugt.
Investition in die Zukunft
Die Wohnbauförderung des Landes nimmt hier als zentrales Steuerungselement eine tragende Rolle ein.
„Mit der Förderung von thermischen Sanierungen und dem Heizungstausch hin zu einem klimafreundlichen Heizsystem ist das Land Tirol ein verlässlicher Förderpartner. Sanierungen mit dem Schwerpunkt auf einer Reduktion des Energiebedarfs sowie der Einsatz von Dämmungen mit nachwachsenden Rohstoffen werden stärker gefördert. Schließlich geht es bei Sanierungen auch um eine Verlängerung der Lebensdauer und eine nachhaltige Wertsteigerung von Gebäuden“, betont LHStv. Philip Wohlgemuth.
Das Zusammenspiel aus mehreren Maßnahmen sei auch für den Sanierungspreis zentral, ergänzt Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol:
„Die eingereichten Gebäude werden nach einem ganzheitlichen Sanierungsansatz und dem Gesamtkonzept der Sanierung bewertet. Es geht darum, die Potenziale des Bestands zu erkennen und das Gebäude weiterzuentwickeln, an gesellschaftliche Veränderungen anzupassen und für die Zukunft zu rüsten.“
Mit insgesamt 526 Einreichungen bei den bisher durchgeführten Ausschreibungen zwischen 2009 und 2024 hat sich der Tiroler Sanierungspreis etabliert und einen hohen Stellenwert bei Architekt*innen und Planer*innen erreicht.