Die Elektromobilität gewinnt angesichts der aktuell steigenden Diesel‑ und Benzinpreise nochmals spürbar an Bedeutung. Viele Menschen, die bereits auf ein E‑Auto umgestiegen sind, profitieren heute von geringeren Betriebskosten und mehr Unabhängigkeit. Gleichzeitig bestehen bei jenen, die den Schritt noch nicht gemacht haben, weiterhin Fragen – etwa zur Reichweite, zur Sicherheit und Nachhaltigkeit von Batterien, zur Wintertauglichkeit oder zu Lademöglichkeiten. Dabei zeigt sich klar: Viele dieser Bedenken lassen sich durch eine sachliche Aufklärung ausräumen. Denn elektrisch betriebene Fahrzeuge bieten gegenüber Verbrennern zahlreiche Vorteile – von langfristigen finanziellen Entlastungen über weniger Lärm und Emissionen bis hin zu einer individuellen Unabhängigkeit von fossilen Treibstoffen. Eine faktenbasierte Einordnung bietet der kostenlose Online-Infoabend „Elektromobilität von A bis Z“, der am 31. März 2026 von der Energieagentur Tirol veranstaltet wird.
Kosten und Energie sparen
Der Umstieg auf ein Elektroauto geht langfristig mit klaren Vorteilen für Alltag und Geldbörse einher. Aktuelle Berechnungen des ÖAMTC zeigen: Zwar sind E‑Autos in der Anschaffung häufig noch teurer, sie punkten aber bei den laufenden Kosten. Bei den aktuellen Strom- und Spritpreisen ist ein E-Auto auf 100 Kilometer um bis zu 60 Prozent günstiger – vorausgesetzt es wird zuhause geladen. Während bei einem Benzin- oder Diesel-PKW im Schnitt knapp 12 Euro pro 100 Kilometer anfallen, sind es beim E-Auto weniger als fünf Euro. Hochgerechnet auf eine durchschnittliche Jahresfahrleistung von 12.000 Kilometern, ergibt sich ein erhebliches Einsparungspotenzial. Ein Blick auf die Gesamtkosten zeigt, dass sich der Umstieg meist innerhalb weniger Jahre auszahlt. Hinzu kommt: E-Autos benötigen deutlich weniger Service und Wartung und sind um ein Vielfaches effizienter als Verbrenner. Ein E‑Auto kommt mit derselben Energiemenge drei Mal so weit wie ein vergleichbares Auto mit konventionellem Antrieb.
Tirol hat österreichweit das beste Ladeangebot
Mit dem fortschreitenden Ausbau der Ladeinfrastruktur verlieren auch Reichweiten- und Ladebedenken zunehmend an Gewicht. Tirol verfügt aktuell über rund 4.500 öffentliche Ladepunkte. Gemessen an den zugelassenen E-Autos hat Tirol neben Salzburg das beste Ladeangebot in ganz Österreich. Etwa fünf E-Autos kommen hierzulande auf einen öffentlichen Ladepunkt. Im Rest von Österreich teilen sich im Schnitt sieben E-Autos einen öffentlichen Ladepunkt.
Neuzulassungen in Tirol gestiegen
Entsprechend wächst auch die Nachfrage: Die Neuzulassungen von batterieelektrischen PKW haben in Tirol von 2024 auf 2025 um mehr als 41 Prozent zugenommen und liegen damit deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von knapp 36 Prozent. Das zunehmende Modellangebot – vom kompakten Stadtauto bis zum familiengeeigneten SUV, zunehmend auch am Gebrauchtmarkt – unterstreicht, dass Elektromobilität alltagstauglich und technisch ausgereift ist.
E-Mobilität als Schlüssel der Energiewende
Neben den persönlichen Vorteilen eines E-Autos ist der Umstieg auf Elektromobilität einer der zentralen Hebel der Energiewende.
„Um TIROL 2050 energieautonom zu erreichen, muss der motorisierte Individualverkehr emissionsfrei werden. Dessen Anteil am Endenergiebedarf Tirols liegt aktuell bei 33 Prozent. Durch eine Elektrifizierung kann der Endenergiebedarf der Mobilität bis 2050 um 62 Prozent sinken“, betont Thomas Geisler, BA, E-Mobilitätsexperte bei der Energieagentur Tirol.
Bei Betrachtung der gesamten Ökobilanz – von der Herstellung über die Energiebereitstellung bis zur Entsorgung – zeigt sich ein deutlicher Klimavorteil. Wird Fahrstrom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen bezogen, verursachen Elektrofahrzeuge über ihre gesamte Lebensdauer – je nach Modell und Fahrzeugklasse – bis zu 79 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als vergleichbare Verbrenner.