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14.10.2025

Warum Energiebauftragte so wichtig für Gemeinden sind

Steigende Energiekosten und Energieeffizienzrichtlinie erfordern entschlossenes Handeln

In Gemeinden hängt ein Großteil der Entscheidungen direkt oder indirekt mit dem Thema Energie zusammen. Steigende Energiekosten, die notwendige Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern sowie aktuelle EU-Richtlinien – wie etwa die Energieeffizienzrichtlinie (EED III) – machen ein entschlossenes Handeln erforderlich. Gemeinden stehen daher zunehmend vor der Aufgabe, Energieverbrauch zu senken, Erneuerbare Energien auszubauen und ihren Gebäudebestand effizient zu managen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der*die Energiebeauftragte.

Anmeldung für 2027 geöffnet

Am 6. Oktober 2027 findet der nächste Termin der Weiterbildung Fortbildung zum*zur Energiebauftragten in Gemeinden statt. Vorraussetzung für die Teilnahme ist die Absolvierung des A- oder F-Kurs zur Energieberatung oder eine vergleichbare Ausbildung innerhalb der letzten fünf Jahre. Mehr erfahren

Inhalte und Schwerpunkte

Im Rahmen der Fortbildung wurde gemeinsam mit den Teilnehmer*innen das Rollenbild einer oder eines Energiebeauftragten in der Gemeinde erarbeitet. Dabei zeigte sich deutlich, dass diese Position:

1. in der Gemeindeverwaltung verankert ist und technisches Know-how mitbringt,

2. für die Energiebuchhaltung gemeindeeigener Gebäude und Anlagen verantwortlich ist,

3. an der Umsetzung von Sanierungs- und Gebäudeportfolioplanungen mitwirkt und

4. als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Gemeindeausschüssen fungiert.

Deutlich wurde, dass die Aufgaben je nach Gemeindegröße und Struktur variieren – entscheidend ist vor allem eine gute Koordination und Vernetzung innerhalb der Verwaltung. Da die Energieeffizienzrichtlinie III (EEDIII) aktuell ein zentrales Thema ist, erhielten die Teilnehmer*innen im Anschluss an die Erläuterungen zur Energiebuchhaltung ein Update von Annabel Gius (Energieagentur Tirol) zu den für Gemeinden relevantesten Paragrafen aus dem Tiroler Energieeffizienzgesetzes (TEffG). Zusätzlich wurde anhand einer Beispielgemeinde diskutiert, worauf bei der Grundlagenarbeit – dem Gebäudeinventar, der Ausgangsbasis und den Energieausweisen - geachtet werden kann und weshalb es wichtig ist, diese Grundlagen korrekt zu erstellen.

Im Rahmen der Fortbildung wurde die Energiebuchhaltung als zentrale Grundlage für ein erfolgreiches kommunales Energiemanagement behandelt. Dabei wurden anhand von Praxisbeispielen gezeigt, wie eine Energiebuchhaltung sinnvoll aufgebaut und genutzt werden kann. Bereits die regelmäßige Beschäftigung mit den Energiekennzahlen von Gemeindegebäuden schafft Transparenz über Verbräuche und Auffälligkeiten und kann dadurch oft schon ohne größere Investitionen zu ersten Energie- und Kosteneinsparungen führen.

„Die Fortbildung bringt mich auf einen guten und aktuellen Wissensstand und frischt vieles auf, gerade auch im Hinblick auf das TEffG. Das hilft mir gezielter auf politische Entscheidungsträger zuzugehen und die wesentlichen Inhalte verständlich vermitteln zu können. Besonders hilfreich sind auch die konkreten Tools und Möglichkeiten, die ich für die eigene Arbeit mitnehme.“

Thomas Gründhammer
Gemeinde Kirchberg in Tirol

Praxisnahes Lernen und wertvoller Austausch

Wie nachhaltige und effiziente Gemeindegebäude gestaltet werden können und wo die größten Hebel zur Energieeinsparung liegen, erläuterten die Experten der Robert Traunmüller und Stefan Streiter (beide Energieagentur Tirol). Neben theoretischem Wissen erarbeiteten die Teilnehmer*innen in Gruppenarbeit einen exemplarischen Sanierungsplan für eine Muster-Gemeinde. Das Fazit der Teilnehmer*innen: Sie konnten nicht nur ihr Wissen über Energieeffizienz vertiefen, sondern auch Berührungsängste gegenüber der Sanierungsplanung abbauen.

Investitionen in erneuerbare Energien sowie in Energieeffizienz rentieren sich mittel- bis langfristig, haben am Beginn aber erstmal einen Finanzierungsbedarf. Möglichkeiten diese Kosten mit lukrativen Förderungen abzufedern, zeigte Valentin Hübner (Energieagentur Tirol) auf und gab einen guten Überblick darüber, was von Bund und Land unterstützt wird und vor allem welche Förderungen miteinander kombiniert werden können.

„Die Fortbildung macht einem den eigenen Umgang mit Energie und Energieverbräuchen innerhalb der Gemeinde so richtig bewusst. Auch die Umsetzung des TEffG ist für mich jetzt keine große Unbekannte mehr. Ich nehme vor allem mit, dass auch kleine Maßnahmen über einen längeren Zeitraum eine große Wirkung erzielen können – und dass jeder Schritt zählt.“

Theresa Konrad
Gemeinde Kolsass

Ein erfolgreicher Abschluss mit Mehrwert

Der intensive fachliche Austausch, die praxisnahen Inhalte und das gemeinsame Engagement für eine nachhaltige kommunale Energiezukunft machten die Fortbildung zu einem vollen Erfolg. Das durchweg positive Feedback der Teilnehmer*innen bestärkt die Energieagentur auch im nächsten Jahr diese Fortbildung wieder anzubieten.

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