Photovoltaikanlagen spielen eine zentrale Rolle auf dem Weg zu TIROL 2050 energieautonom. Um den Energiebedarf Tirols künftig aus erneuerbaren Energiequellen decken zu können, ist die Nutzung der Sonnenkraft unerlässlich. Bis 2050 soll deshalb ein Drittel des Stroms von Photovoltaikanlagen erzeugt werden. Damit die Anlagen langfristig sicher und effizient arbeiten, startet die Energieagentur Tirol nun eine besondere Aktion: Betreiber*innen von Photovoltaikanlagen können sich bis 30. November 2026 für einen von 40 kostenlosen Anlagen-Checks bewerben. Im Rahmen der Aktion werden ausgewählte Anlagen von Expert*innen vor Ort überprüft und die Ergebnisse ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, typische Fehlerquellen zu erkennen und die Qualität der Anlagen weiter zu verbessern.
Anlagen professionell prüfen lassen
Für die kostenlose Überprüfung können sich Betreiber*innen von Photovoltaikanlagen mit Errichtung nach 01. Jänner 2021 und einer Leistung von bis zu 30 Kilowattpeak in den Bezirken Innsbruck, Innsbruck-Land, Schwaz oder Imst registrieren. Die ausgewählten Anlagen werden zwischen April und Juni 2027 umfassend begutachtet. Die Prüfung umfasst unter anderem eine Sichtkontrolle, elektrische Messungen sowie thermografische Untersuchungen mittels Drohne. Die Teilnehmenden erhalten anschließend einen Bericht zum Zustand ihrer Anlage. Darüber hinaus werden die anonymisierten Ergebnisse genutzt, um systemische Fehler und häufige Mängel zu identifizieren und daraus Empfehlungen für Planung und Umsetzung künftiger Photovoltaikanlagen abzuleiten. Eine Registrierung ist unter www.energieagentur.tirol/pv-check möglich.
PV-Anlagen bleiben wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll
Mit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) wurden die Weichen für die Energiewende gestellt. Die Nutzung von Sonnenenergie bleibt dank attraktiver Anlagenpreise weiterhin wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Überschüssiger Photovoltaikstrom kann dabei entweder ins öffentliche Netz eingespeist oder beispielsweise im Rahmen einer Energiegemeinschaft verkauft werden.
Photovoltaikanlagen sparen nicht nur langfristig Kosten, sondern tragen auch aktiv zum Klimaschutz bei. Die Energiegewinnung aus Sonnenlicht ist effizient, sie macht unabhängiger von den Preisschwankungen am Strommarkt, und der selbst erzeugte Solarstrom ist langfristig günstiger als Strom aus dem Netz. Überschüssiger Strom kann außerdem mithilfe moderner Batteriespeicher einfach und effizient gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden – etwa zur Versorgung des Haushaltsstrombedarfs außerhalb der Sonnenstunden.
Grundsätzlich gilt: Wer über die Installation einer PV-Anlage nachdenkt, sollte nicht den aktuellen, sondern den zukünftigen Strombedarf mitberücksichtigen. Denn eine entsprechend dimensionierte Anlage ermöglicht nicht nur das Laden eines E-Autos, sie lässt sich auch ideal mit einer Wärmepumpe kombinieren – eine zukunftsweisende Lösung, um klimafreundlichen Strom zu erzeugen, sich batterieelektrisch fortzubewegen und fossilfrei zu heizen.
Zentraler Baustein der Energiewende
Mit TIROL 2050 energieautonom hat Tirol ein klares Ziel. Und zwar genauso viel Energie im Land zu erzeugen, wie benötigt wird, und noch dazu frei von fossilen Energieträgern. Damit das gelingen kann, soll im Jahr 2050 rund ein Drittel des Strombedarfs aus Sonnenkraft gedeckt werden. Das entspricht ungefähr der Energieerzeugung von 23 Millionen Quadratmetern PV-Modulfläche
„Damit wir dieses Ziel erreichen, ist es notwendig, Schritt für Schritt nahezu alle geeigneten Dächer bestmöglich mit PV-Modulen zur Sonnenstromproduktion zu nutzen. Jedes einzelne Modul, das wir heute aufs Dach bringen, bringt uns dem Ziel TIROL 2050 energieautonom einen Schritt näher und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende“, ergänzt Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol, und setzt auf weiteren PV-Ausbau in Tirol.
Dabei spielen nicht nur Großanlagen eine Rolle, sondern vor allem auch Anlagen auf privaten Ein- und Mehrfamilienhäusern sind ein zentraler Baustein.